Platin1711
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Hallo
aus Bundeswehrzeiten habe ich noch eine DCF 77 Uhr
für meinen Amiga.
Hersteller ist Combitec.
Hat noch jemand so eine Uhr
Alles fing mit dieser Anzeige der Firma Combitec an.
Das war doch super! Eine Funkzeituhr, also eine hochgenaue
Normalzeituhr, zur Anbindung an den Computer. Damit konnte man
auch die anderen Uhren zuhause ganz genau einstellen.
Einen Monat später hatte ich das Geld für die
Amiga-Version der Uhr zusammen. Die Uhr hatte auch noch einen
programmierbaren Relaisausgang. Daran konnte ein Steckdosenmodul
mit 4 Ausgängen angeschlossen werden. Hiermit war es möglich 220VGeräte
weckzeitgesteuert ein- bzw. auszuschalten. Die Antenne zum
Empfang des DCF77-Zeitsignals war auch schnell auf Mainflingen bei
Frankfurt am Main ausgerichtet. Mit dem Befehl „setdefclock“ konnte
ich die Uhr meines Amiga 500 nun funkzeitgenau einstellen.
Andere Befehle schalteten z.B. den Relaisausgang
und stellten die Weckzeit ein.
Es kam das Jahr 1990. Ich hatte mein Abitur und war ab dem Sommer
bei der Bundeswehr, genauer als Fernmelder bei der Bundesmarine.
Nach dem Überleben der Grundausbildung in Eckernförde wurde ich
zum Marinefliegergeschwader 2 nach Tarp-Eggebek versetzt. Amiga,
Amiga-Spiele, X-Copy mit Hardware und die Clock 77 wurden mit nach
Tarp transportiert. Der Spieß (eine Art Hauptbootsmann) ließ uns relativ
zufrieden. Modellbau von Schiffen und Unterhaltungselektronik
waren erlaubt, die „Stuben“ sollten bloß sauber sein. Ich weiß nicht mehr
genau, woher die Idee kam, die Combitec Clock 77 ohne Amiga in der
Teeküche der „Lötkolbenspitzer“ aufzustellen. Die Teeküche war neben
dem Stabsgebäude , ebenerdig, mit internen Zugängen zum
Fernmeldebunker. Zunächst holte ich mir die Erlaubnis vom
Kommandanten ,dann haben wir die externe Antenne der Clock77
ziemlich aufwändig ausgerichtet. Nun hatten wir Fernmelder immer die
genaue Zeit in der BRD, damit auch immer die genaue Zulu-Zeit.
Einer meiner direkten Vorgesetzten, Hauptbootsmann
Winfred Hennen., hatte bisher immer folgendermaßen die Uhren bei den
Fernmeldern eingestellt: Er lauerte mit seiner Armbanduhr vor der
Tagesschau oder der Sportschau. Wenn dort die Uhren via TV die ganze
Minute zeigten, stellte er seine Armbanduhr auf Null. Danach stellte er
die Quarz-Uhren im Fernmeldebereich nach seiner Armbanduhr. Dieser
W.H. war sehr pingelig, rauchte die Zigaretten der Marke HB und regte
sich auch wie ein HB-Männchen auf, wenn seine Fernmelder mal wieder
„Mist“ gebaut oder wir eine Nato-Rallye verloren hatten.
W.H. war mir böse, weil ich diese Uhr offiziell aufgestellt hatte. So konnte
er nämlich nichts dagegen machen. Ich wurde daher von ihm zur
Nachtwache eingeteilt, was sich für mich aber sogar als „angenehmer“
erwies.
Die Uhr hatte sich auf dem Stützpunkt herumgesprochen.
Piloten brauchen auch die genaue Uhrzeit. Die Fliegeruhren der
Bundeswehr waren damals relativ ungenau. Deshalb ließen sich
auch einige der edlen Herren Piloten in unserer Teeküche sehen, nur um
ihren Fliegeruhren genau zu stellen.
Die Uhr ging leider bei einem Umzug kaputt, bzw. Ich habe den
Reparaturaufwand unterschätzt.
Das Bild zeigt den 2.Trafo, der abgerissen ist.
Dummerweise ist der Trafo 2 so abgerissen, dass die Kontakte innerhalb
des Trafos abgerissen sind.
Dadurch wird die Sache schwierig.
Die Uhr war mehrfach in einem Repaircafe in Hamburg-Sasel und
Gut Karlshöhe. Leider kommt der dortige Fachmann, ein
Nachrichtentechniker, nicht richtiger weiter auf der Platine.
Ein weitere Versuch mit einem Studenten/Elektrotechnik TU Harburg,
schlug fehl. Es ist wohl eine Art „Zaubertechnik aus analog und digital
Bausteinen der 80 er Jahre.“
Zur Zeit ist die Uhr eingelagert.
Daher folgenden Fragen:
- Hat jemand eine andere Combitec Clock 77
- Hat jemand tech. Unterlagen zu dieser Uhr / Combitec Clock 77
- Kennt jemand die Entwickler bei der Firma Combitec ?
Gruss aus Hamburg